Ehemaliges Plus-Size-Model und Teilnehmerin der TV-Show „Germany´s Next Topmodel“, Kera Rachel Cook, und ihr Mann und Manager, Robert Deiß, kamen Mitte April ans AGH, um mit den Siebtklässlern ein Projekt zum Thema "Körperbewusstsein" durchzuführen. An zwei Nachmittagen erzählten die beiden in jeweils einer Gruppe Mädchen und Jungs ihre Lebensgeschichten und führten Workshops durch.

„Hungern & Sixpack war gestern.“ und „Wenn ich nicht schlank bin, bin ich nichts wert.“ Darum ging es Cook und Deiß. Workshops zum Thema Körperempfinden, gesellschaftliche Schönheitsideale und gesundheitliche Konsequenzen sollten erreichen, dass die Jugendlichen sich selbst wieder besser annehmen und schätzen lernen sowie ihren Blick stärker auf innere Werte richten - weg von gesellschaftlichen Schönheitsidealen.

In der Mädchengruppe ging es um Sexualisierung der Frau in den Medien, auferlegte Schönheitsideale und daraus resultierende Diäten und Essstörungen. Die Jungen beschäftigten sich mit Männlichkeits- und Verhaltensidealen in den Medien sowie der Gewichtung von gesundem Körperempfinden und Selbstbewusstsein im Vergleich zu Muskelkraft.

Vor allem die Lebensgeschichte von Kera (Model mit 15, Essstörungen, psychiatrische Behandlung, Fressattacken und Diätpläne, GNTM-Teilnahme) ging den Mädchen sehr nah. Als Konsequenz daraus beendete Kera ihre unglücklichen Erfahrungen im Modebereich und studierte Rhetorik und Literaturwissenschaften. Auch Roberts Vita war spannend: Jahrelanges „Pumpen“ im Fitnessstudio für den perfekten Body und exzessive Partys, um seine Beliebtheit bei Stars und Gangsta Rappern zu steigern. Videobeispiele aus der aktuellen deutschen Hip Hop Szene untermalten das Ganze. In einem Meinungsspiel thematisierte die Gruppe männliche Ideale: Gilt ein Mann als schwach, wenn er Gefühle zeigt?

Nach einer Woche diskutierten die Schüler/-innen mit ihren Lehrern Frau Raff (AGH Schulsozialarbeiterin) und Herrn Greiner (AGH Präventionsbeauftragter) sowie Frau Zinser (Ernährungsberaterin der AOK) die Thematik und evaluierten die Workshops. Es wurde auch aufgezeigt, wie Mangelernährung bei Hungerkuren oder Diäten gesundheitliche Schäden hervorrufen kann. Mittels eines anonymen Fragebogens beurteilten die Schüler/innen das Projekt, die Referenten sowie die Bedeutung des Themas durchweg mit gut bis sehr gut. Allerdings hätten sich einige noch etwas mehr Praxisorientierung und Tipps für gesunde und richtige Ernährung gewünscht.

Die Teilnehmer bedanken sich für die finanzielle Unterstützung dieses Projekts durch die Bürgerstiftung, welche diese tolle und aufschlussreiche Erfahrung ermöglicht hat.