traumaberatung

Nachdem bei uns im April die Förderanfrage eingegangen war, die Einrichtung einer Anlaufstelle für traumatisierte Menschen in Herrenberg in den Räumen der süddeutschen Gemeinschaft in der Kalkofenstraße zu unterstützen, stand unsere Entscheidung bald fest.

Hatten doch Nachfragen von unserer Seite zunächst bei ortsansässigen Stellen wie der Diakonie ergeben, dass man derartige Hilfesuchende leider nicht betreuen könne. Räume würden fehlen und vor allem auch Fachkräfte.

Mit Räumen half Pastor Micha Evers von der Süddeutschen Gemeinschaft weiter. Und die ersten traumazentrierten Fachberater Petra Mack und Christian Röhrer wurden eigens für Herrenberg bei dem auf diesem Gebiet erfahrenen gemeinnützigen Verein "Seehaus e. V." aus Leonberg eingestellt. Sie wurden nach Herrenberg abgeordnet und stehen für verschiedene Traumaberatungsangebote bereit.

Für die Aufbaukosten zum Start einer Opfer- und Traumaberatung hier in Herrenberg galt es ein erstes Delta zu finanzieren, das die Bürgerstiftung mit 600 Euro übernahm.

Die Arbeit mit ganz unterschiedlichen Patienten ist sehr gut angelaufen. Es hat sich bewahrheitet, dass in unserer Stadt ein deutlicher Bedarf für Hilfestellungen nach höchst belastenden Lebenserfahrungen vorhanden ist: Erfahrungen durch Gewalt, Unfälle und Verletzungen sowie Folter infolge von Flucht aus Kriegsgebieten und nach Verlust von vertrauten Menschen und Heimat. „Letztendlich kann zu uns jeder kommen, der als Opfer von Straftaten oder traumatischen Erlebnissen mit den Folgen zu kämpfen hat. Egal, ob man aus Deutschland oder einem anderen Land kommt“, erklärte Christian Röhrer.

Der Arbeit mit den Opfern kommt ein hoher Stellenwert zu. Durch ganz unterschiedliche Hilfestellungen werden die Betroffenen befähigt, mit ihren seelischen Problemen besser umgehen zu können, sodass zum einen für sie das Leben wieder lebenswert wird und zum anderen, dass ein Gefühl von Integration entsteht.