Wenn keine gesetzliche Hilfe greift - Neues Projekt der Bürgerstiftung Herrenberg: „Schnelle Hilfe“

Wenn Herrenbergerinnen oder Herrenberger in Not geraten und keine der gesetzlich vorgesehenen Hilfen greift, dann kann die Bürgerstiftung Herrenberg einspringen. In Zusammenarbeit mit der Diakonischen Bezirksstelle wurde das Projekt „Schnelle Hilfe“ ins Leben gerufen.

Anhand eines ersten konkreten Falls gaben Frank Diedrich, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, und Gunter Bachmann, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Herrenberg, bei einem Pressetermin den Startschuss für „Schnelle Hilfe“. Die Diakonische Bezirksstelle hatte von einer Familie mit noch drei, bald vier Kindern erfahren, dass die Kinder keine eigenen Betten haben. Bei einem Vorortbesuch konnte sich Gunter Bachmann davon überzeugen.

Eine Prüfung vorrangiger Geldgeber hatte ergeben, dass keine der gesetzlichen Hilfen greift. Dann ging alles ganz schnell: Die Bürgerstiftung wurde informiert, der Vorstand hatte sich kurz beraten und die Entscheidung pro Unterstützung der Familie war Ende letzter Woche gefallen. 800 Euro gibt die Bürgerstiftung für vier Betten. Die Diakonische Bezirksstelle kümmert sich um die Abwicklung. „Die Familie ist überglücklich“, berichtete Gunter Bachmann. Er hofft, dass die Kinder zu Weihnachten in den neuen Betten schlafen können. Als weitere mögliche Fälle werden die Anschaffung größerer Haushaltsgeräte oder die Ersatzbeschaffung von Brillen genannt.

„Mit ‚Schnelle Hilfe’ möchten wir denjenigen helfen, die durch die Lücken im sozialen System fallen“, erklärte Frank Diedrich. Obwohl es der Allgemeinheit in Deutschland ganz gut gehe, gibt es immer mal wieder Fälle – insbesondere Familien – denen es an Grundlegendem mangelt. „In solchen Fällen möchten wir als Bürgerstiftung aktiv werden“, so Frank Diedrich. Da die Bürgerstiftung jedoch nicht über die Ressourcen zur Begleitung solcher Fälle verfügt, ist Frank Diedrich dankbar, dass eine Zusammenarbeit mit der Diakonische Bezirksstelle möglich ist: „Wir wissen, dass ein hoher zeitlicher Aufwand dahinter steckt.“ Auch Gunter Bachmann freut sich: „So können wir mehr helfen, denn unsere eigenen Mittel sind natürlich begrenzt.“ Er erzählt weiter, dass es immer mehr Familien gibt, deren Erwerbseinkommen nicht zur Deckung der laufenden Kosten ausreicht: „Dies hat seit der Reform der Sozialgesetzgebung durch Hartz IV zugenommen.“ 

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